Inspiration

– einatmen

Vor einigen Jahren habe ich an einem Seminar einer Freundin teilgenommen. „Von ganzem Herzen“ – war der Titel und sollte Frauen verhelfen, in ihre Kraft zu kommen. 

Eine der Fragen war dabei: „Was inspiriert dich?“

Wie ist es bei dir?

Ich weiß noch, wie schwierig die Beantwortung der Frage für mich damals war.  „Keine Ahnung – vielleicht das Gespräch mit anderen?“

Ich glaube, mein Leben war zu der Zeit ziemlich uninspiriert. Obwohl ich bereits dem Ruf meiner Seele folgte und meine Herzensarbeit gefunden hatte (Cranio), war ich doch eher im Alltagskampfmodus, als in kreativer Anbindung. Eigentlich war es nur bei der Arbeit, dass ich mich leicht fühlte, glücklich, erfüllt und ich die richtigen Eingebungen hatte, um den Menschen zu helfen. Ich war voller Energie und Liebe.

In dem Wort „Inspiration“ steckt „Spirit=Geist“, was leider im Deutschen manchmal mit Verstand gleichgesetzt wird. Doch der Geist ist göttlich – nicht mechanisch wie unser Gehirn. Wenn wir inspiriert sind, fließt Gottes Geist durch uns, so dass wir Worte finden, die direkt aus unserer Seele stammen, die sich stimmig anfühlen und dadurch die Herzen anderer Menschen berühren können. Künstler kennen diesen Zustand und viele sagen, dass nicht sie selbst das Werk erschaffen haben, sondern es zu ihnen kam und durch sie durchfloß. Dasselbe sagen sogar große Wissenschaftler – ist das nicht schön?!

Jesus sandte den Jüngern den Heiligen Geist – dass sie die göttlichen Botschaften verkündeten. Symbolisch wird der Heilige Geist oft durch Tauben dargestellt. Die Städte sind voller Tauben, doch wo bleibt die Inspiration (vor allem in Stadtzentren?).

Die können wir nur empfangen, wenn unser Geist, ja unser Verstand, dafür offen ist.

Dazu ist es notwendig still zu werden, zu atmen, sich mit dem Herzen zu verbinden und zu vertrauen.

Seit ein paar Tagen suchte ich Ideen für mein aktuelles Meditationsthema und anstatt mich gestern hinzusetzen und den Newsletter zu schreiben, bin ich zum Skifahren in den Harz gefahren. Ich dachte, dass ich vielleicht dort Inspiration für ein Thema finden würde, aber dem war nicht so. Obwohl ich den ganzen Tag allein unterwegs war, im Auto, auf der Piste, im Lift und beim Essen und ich auch ein paar Gespräche mit anderen Menschen geführt habe, hatte ich gar keine Ideen. Ich habe noch nicht mal daran gedacht, sondern nur die innere Stille, die geistige Leere und meinen Körper beim Skifahren genossen – ganz präsent im Augenblick und voller Freude.

Heute hingegen fällt es mir schwer, mich für ein Thema zu entscheiden, weil ich voller Ideen bin!

Inspiration lässt sich nicht erzwingen. Sie geschieht, wenn du dich dem Leben hingibst, wenn du deinen inneren Impulsen folgst, also auch aus dem Moment heraus handelst. Dann bist du im Fluss und göttlich geführt. Die Reise ist getragen von einem tiefen Vertrauen und innerer Weisheit. 

Inspiration zeigt sich in plötzlichen Aha-Momenten, durch die Worte anderer Menschen, Musik die du hörst, Zeilen die du liest oder Zeichen die du erkennst. Deine Aufgabe ist also, den Raum in dir zu erschaffen und deine Sinne für die Welt zu öffnen, damit dich der göttliche Funke erreicht – und inspiriert.

„Panta rhei – alles fließt“ (Heraklit)

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